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Der Auftrag des LSS – die Sozialbeiträge einziehen, verwalten und verteilen – ist ein komplexer Prozess, der aus einer großen Anzahl von Aktivitäten besteht.

Arbeitgeber identifizieren

Jedem Unternehmen, das zum ersten Male Personal in Dienst nimmt, spricht das LSS die Eigenschaft "Arbeitgeber” zu. Das ist die "Identifizierung", und es ist in der Regel der erste Kontakt zwischen dem LSS und einem Unternehmen. Jeder Arbeitgeber wird im "Arbeitgeberverzeichnis" registriert, das vom LSS geführt wird. Auch manche ausländischen Arbeitgeber (zum Beispiel Unternehmen, die Personal nach Belgien entsenden, erhalten von LSS eine Identifizierungsnummer. Die LSS-Daten werden automatisch an die "Kruispuntbank van Ondernemingen" (Kreuzungsbank der Unternehmen) durchgegeben.

Die Identifizierung in Zahlen (Niederländisch oder Französisch)

Die Angaben registrieren und kontrollieren

Ein Arbeitgeber muss einen Arbeitnehmer, der bei ihm in Dienst tritt, die Dimona-Angabe beim LSS melden. Am Quartalsende muss er die Löhne, Gehälter und Arbeitszeiten seiner Arbeitnehmer über die DmfA angeben. Das LSS registriert und kontrolliert die Daten aus den Angaben und korrigiert eventuelle Fehler.

Das LSS registriert und kontrolliert auch die Daten ausländischer Arbeitnehmer, die nach Belgien kommen, um dort zu arbeiten, unter anderem über die Limosamelding (Limosa-Anmeldung).

Die Daten aus den Angaben werden über die "Kruispuntbank van de Sociale Zekerheid" an die anderen Einrichtungen der sozialen Sicherheit gesandt.

Die Registrierung und Kontrolle von Angaben in Zahlen (Niederländisch oder Französisch)

Die Einhaltung der Regeln kontrollieren und Arbeitgebern behilflich sein

Mittels der Untersuchungen dessen Sozialinspektionsamts prüft das LSS, ob die Unternehmen ihren Sozialverpflichtungen nachkommen, so dass die Finanzierung der sozialen Sicherheit und die Rechte der Arbeitnehmer und der Sozialversicherten gewährleistet bleiben. 

Eine Untersuchung kann zum Beispiel zum Zweck haben, die in den Meldungen mitgeteilten Daten zu prüfen. Die Initiative kann vom LSS selber, von sonstigen Einrichtungen (zum Beispiel dem RIZIV/LIKIV) oder vom Gericht ausgehen. Der Arbeitgeber und der Mandatar wird immer vom Zweck der Kontrolle und vom Verlauf des Verfahrens unterrichtet.  

Die anerkannten Sozialsekretariate und die Sozialdienstleister werden ebenfalls auf verschiedene Weisen kontrolliert.

Neben einer Kontrollaufgabe erfüllt das LSS über dessen Sozialinspektionsamt auch eine unterstützende Aufgabe. Es informiert also Arbeitgeber, Arbeitnehmer, deren Vertreter oder Bevollmächtigte über die Gesetze, die sich kontinuierlich ändern. Arbeitgeber haben stets die Möglichkeit, sich an eines der Provinzialbüros zu wenden, um mehr Information über die Reglementierung oder für Hilfe beim Ausfüllen Ihrer Meldungen zu bekommen.

Die Inspektionsämter des LSS in Zahlen (Niederländisch oder Französisch)

Überblick über die Provinzialbüros

Den Sozialbetrug bekämpfen

Die Bekämpfung des Sozialbetrugs gehört ebenfalls zu den Aufgaben des LSS. Zu diesem Zweck arbeitet das Sozialinspektionsamt des LSS oft mit den gerichtlichen Behörden und mit den sonstigen Inspektions – und Ermittlungsdiensten zusammen. 

Die Bekämpfung des Sozialbetrugs deckt ein breites Spektrum von Phänomenen :

  • Netze von Unternehmen und Personen, welche den Betrug organisieren
  • Sozialdumping und die wirtschaftliche Ausbeutung von Personen (Menschenhandel)
  • Scheinstatute (Scheinselbständige und Scheinarbeitnehmer)
  • Soziale Spitzentechnologie

Um Sozialbetrugsdelikte aufzudecken, verwendet die Inspektion des LSS unter mehr fortschrittliche Techniken, wie zum Beispiel Datenabgleich, Data Mining und prädiktive Analysen.  

Die Bekämpfung des Sozialbetrugs in Zahlen (Niederländisch oder Französisch)

Die Beiträge einnehmen

Das LSS achtet darauf, dass Arbeitgeber die Sozialbeiträge korrekt und rechtzeitig bezahlen. Die erhaltenen Summen werden auf das Einzelkonto des Arbeitsgebers gebucht. Die Arbeitgeber werden regelmäßig über ihren Kontostand informiert.

Wenn die Bezahlung ausbleibt, wird das LSS an erster Stelle versuchen, die Beiträge auf dem Verwaltungswege einzufordern – über Erinnerungen oder eventuell über einen Zahlungsplan. Wenn das erfolglos bleibt, folgt die Phase der gerichtlichen Nachforderung, in der das LSS versucht, einen Vollstreckungstitel zu erhalten (besonders eine Vorladung vor dem Arbeitsgericht oder einen Vollstreckungsbescheid). Wird dieser nicht befolgt, dann geht das LSS zur Durchführung des Vollstreckungstitels über. Manchmal gesteht das LSS unter bestimmten Bedingungen Pläne für die Begleichung der Schulden bis zur Verschiebung der Vollstreckung zu.

Die Einnahme von Sozialbeiträgen in Zahlen (Niederländisch oder Französisch)

Die soziale Sicherheit finanzieren

Das LSS sorgt für die Finanzierung der Einrichtungen der sozialen Sicherheit – sowohl derjenigen Einrichtungen, die zum Globaal Beheer ("Globalen Verwaltung") gehören als auch die anderen Einrichtungen und Fonds.

Diejenigen Einrichtungen, die unter das Globaal Beheer fallen (RVP, RIZIV, Famifed, FAO, FBZ, RVA und das "System der Seeleute" bzw. "Stelsel van de zeelieden") werden je nach ihren Finanzierungsbedürfnissen auf Tagesbasis finanziert. Dazu verwendet das LSS den Ertrag des globalen Beitrags, der Lohnsenkung, der spezifischen Beiträge, der staatlichen Zuschüsse, der alternativen Finanzierung und der Übertragungen aus anderen Einrichtungen der sozialen Sicherheit. Wenn die Einnahmen nicht ausreichen, um den Bargeldbedarf der Einrichtungen zu decken, wird Geld geliehen, um das Defizit zu finanzieren.

Diejenigen Einrichtungen und Fonds der sozialen Sicherheit, die nicht zum Globaal Beheer gehören, werden vom LSS mit Vorschüssen auf das Quartalsergebnis finanziert, auf der Grundlage der Erträge ihrer jeweiligen Beitragssätze (Bereichsbeitrag). Es geht dann um den RJV, die Fonds für Schließung von Unternehmen, die Fonds für Bestandssicherheit, die Fonds im Rahmen des zweiten Rentenpfeilers und des bezahlten Bildungsurlaubs.

Die Finanzierung der sozialen Sicherheit in Zahlen (Niederländisch oder Französisch)

Die Öffentlichkeit informieren

Als öffentlicher Dienst ergreift das LSS allerlei Initiativen, um seine Informationen und Dienstleistungen der Außenwelt anzubieten.

Die Informationsversorgung für Bürger und (vor allem) Unternehmen verläuft oft über das Portal der sozialen Sicherheit. Unternehmen finden dort alle Informationen über die Reglementierung und den Gebrauch elektronischer Anmeldesysteme.

Aufgrund der Daten aus den Angaben der Arbeitgeber ist das LSS eine wertvolle Quelle sozialökonomischer Daten. Über diese Website, Newsletter und Presseberichte werden diese Zahlen und Tendenzen der Öffentlichkeit mitgeteilt. Das LSS kann auch – zum Beispiel auf Bitten der Regierung - statistische Analysen nach Maß erstellen. Das LSS stellt seinen Sachverstand auch dem Arbeitgeber zur Verfügung und kann nötigenfalls helfen, Gesetze und Beschlüsse vorzubereiten oder Rat zu Gesetzentwürfen zu geben.
Manche Daten aus den Angaben (zum Beispiel über den Status des Arbeitgebers) werden in Form eines Attests an Bürger und Unternehmen geliefert.

Die öffentliche Dienstleistung in Zahlen (Niederländisch oder Französisch)

Auftreten als Fonds Sociale Maribel für den staatlichen Bereich

Der Sociale Maribel ist eine Regelung, die gemeinnützigen Einrichtungen das Recht auf eine Senkung der Sozialbeiträge gibt, um die Beschäftigung zu fördern.

Die Beträge, die durch diese Maßnahme freigemacht werden, gehen an einen Fonds Sociale Maribel, der finanzielle Interventionen für zusätzliches Personal Organisationen in einem bestimmten Bereich genehmigt. Für den Sektor der örtlichen und provinziellen Behörden ist es das LSS, das als Fonds Sociale Maribel auftritt.

Das Projekt "Bildung 600" organisieren

Das LSS ist auch für die Organisation des Projektes “Vorming 600” verantwortlich. Dieses bietet Arbeitnehmern aus dem föderalen Gesundheitsbereich die Möglichkeit, unter Beibehaltung von Lohn (und Gehalt) eine Ausbildung von maximal 3 Schuljahren zum Bachelor der Krankenpflege (A1) oder graduiertem Krankenpfleger/Krankenschwester (A2) zu absolvieren.

Organisation der sozialen Sicherheit von Expats

Für Expats gibt es in Belgien eine freiwillige Versicherung, die Überseeische Soziale Sicherheit, die die wichtigsten Bereiche der sozialen Sicherheit abdeckt. Das LSS bearbeitet die Beitrittsanträge zu dieser Versicherung, erteilt Auskunft an Kunden und Interessenten und sorgt dafür, dass die Pensionen und Leistungen rechtzeitig ausgezahlt werden.

Weitere Informationen über die Überseeische Soziale Sicherheit (Niederländisch oder Französisch)

Die soziale Sicherheit für Seeleute organisieren

Die Seeleute fallen in Belgien für ihren Sozialschutz nicht unter die allgemeine Regelung sondern unter ein spezifisch auf ihr Profil zugeschnittenes System. Das LSS ist für die Organisation dieses Systems zuständig.   

Dies beinhaltet folgendes :

  • die Meldungen kontrollieren und die Sozialbeiträge einziehen ;
  • die ‘Seemannsliste’ verwalten ;
  • das Wartegehalt den arbeitslosen Seeleuten zuteilen ;
  • die Reeder über ihre Verpflichtungen als Arbeitgeber informieren ;
  • die Entschädigungen für Ausbildungsfahrten gewähren.

 Sie finden nähre Information über die soziale Sicherheit der Seeleute unter :

https://www.international.socialsecurity.be/seafarers/de/index.html 

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